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Liseberg in Schweden
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Oh wie schön ist Liseberg
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Platz 1 der besten Berichte 2024 "Efteling ist voll mein Ding"MonsieurMatou
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Onrider

Deutschland . BW
 
Avatar von MonsieurMatou
Link zum Beitrag #1076079 Verfasst am Dienstag, 07. Juli 2026 21:09
4 mal bearbeitet, zuletzt am 07.07.2026 22:01
Themenersteller
Relax
Um meine doch noch sehr graue Karte an Freizeitparks etwas mehr einzufärben und befeuert durch diverse Empfehlungen, welche Parks man gut mit den Öffentlichen erreichen kann, fiel meine Wahl irgendwann auf Liseberg. Außerdem bestand an einigen der Bahnen schon länger großes Interesse und auch das Grand Curiosa Hotel stand bereits seit Längerem auf meiner Liste. Gesagt, gebucht – und jetzt müsst ihr nach langer Pause den neuen Versuch über euch ergehen lassen, einen Bericht zu schreiben.


Leichte Buchung, leichte Anreise, schwieriger Transfer


Ich glaube, zur Buchung – sowohl für Park als auch Hotel – muss ich nicht viel schreiben. Online oder über die App geht das mit wenigen Klicks und auch der Transport vom Flughafen Landvetter mit den auffallenden Bussen von Flygbussarna ist wirklich sehr simpel. Das Ticket für die Busse kann man im Vorfeld ebenfalls über die App oder online buchen und es gilt ab Kaufdatum drei Monate. Man legt sich dabei nur auf die Strecke fest und kann innerhalb dieser drei Monate jeden Bus auf der gewählten Strecke nutzen. Praktisch, wenn der Anschluss einmal nicht klappen sollte.

Etwas unschön war allerdings der Flug nach Göteborg beziehungsweise der Transfer. Vom Ländleshauptstädle (waren Sie schon mal hier?) geht nichts direkt und über Frankfurt ging zu meinen Reisedaten auch alles nur über Amsterdam. Gepaart mit der aktuellen Bahnsituation im Länd war mir das dann doch etwas zu dumm. Na gut, wenn ich ohnehin umsteigen muss, dann fliege ich eben von hier.
Die kürzeste Option hatte einen Transfer von etwa 15 Minuten, was mir sehr knapp erschien. Weil der Flughafen in Amsterdam noch immer eine Baustelle ist und ich dummerweise permanent die Abzweigung zu den Gates A und B verpasse (die geht so unscheinbar aus der Halle für C und D ab), habe ich mich für den nächstbesten Flug mit drei Stunden Aufenthalt entschieden. Die Zeit bekommt man schließlich auch herum. Ärgerlich nur, dass ich den Anschluss mit 15 Minuten tatsächlich geschafft hätte, denn das Gate bei der Ankunft lag nur zwei Türen vom Gate des Weiterflugs entfernt. Ob der Koffer das ebenfalls geschafft hätte, sei einmal dahingestellt. Beim Hinflug – reine Flugzeit zweimal etwa eine Stunde – sind mit Anreise zum Flughafen und Transfer insgesamt rund sechs Stunden vergangen. Beim Rückflug, auch wegen Verspätungen der Flieger, waren es am Ende fast elf Stunden. Das ist schon eine Hausnummer.

Endlich in Schweden angekommen, geht es gut ausgeschildert zum Bus und mit diesem in etwa 20 Minuten ins Zentrum von Göteborg. Sollte man den ersten Bus verpassen, kommt direkt dahinter schon das nächste Gefährt. Die Busse fahren – je nach Tageszeit – etwa alle 15 bis 20 Minuten. Zunächst dreht der Bus noch eine kleine Schleife über das Flughafengelände und hält am Hotel, anschließend geht es direkt weiter nach Korsvägen – der zentralen Haltestelle an den Gothia Towers und am nördlichen Eingang von Liseberg. Aktuell ist die Haltestelle allerdings ebenfalls eine Großbaustelle, weshalb sich die Positionen von Ankunft und Abfahrt täglich ändern können. Die App und die Website von Flygbussarna helfen hier weiter.

Können wir an dieser Stelle bitte kurz innehalten und diese unglaublich schönen Retro-Straßenbahnen bewundern? Richtig toll! Zwar fahren auch moderne Bahnen, aber weitestgehend waren doch die älteren Modelle unterwegs.

Nach einer kurzen Orientierung, wo man nun durch die Baustelle angekommen ist, geht es in Richtung Grand Curiosa (dazu am Ende mehr), das sich am südlichen Eingang von Liseberg befindet. Dazu läuft man einfach etwa acht Minuten von den Gothia Towers entlang der Straßenbahnstrecke, immer schön mit dem Park auf der linken Seite. Man kann sich wirklich nicht verlaufen und es ist tatsächlich unheimlich einfach, sowohl den Park als auch das Hotel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Theoretisch könnte man auch ein oder zwei Haltestellen mit der Straßenbahn bis zum Südeingang fahren, aber nach dem vielen Sitzen im Flieger und im Bus war mir eher nach Laufen.
Kurz den Koffer abgeben, an einem der zahlreichen Automaten vor dem Eingang den QR-Code der Buchung scannen und das Armbändchen ausdrucken – schon bin ich mitten im bunten Treiben.


Ich stehe endlich hier!



Kurz den Koffer abgeben und rein in's Vergnügen.



Das ist ja wie RCT zocken und einfach nur das Gewusel angucken!


Eigentlich müsste ich meine Eindrücke vom Park erst am Ende schildern, aber was mich sofort unglaublich begeistert hat, ist die Stimmung. Überall wuselt etwas, zeigt ein Flatride seine Moves, donnert eine Bahn in die Tiefe oder durch die nächste Inversion, dreht sich ein Rad an einer der zahlreichen Spielbuden … Und immer wieder wird das Ganze von wirklich wunderschöner Thematisierung durchzogen.
Richtig verzaubert hat mich die mittlere Ebene auf dem Berg, dort, wo der Lunapark anfängt und sich die Lisebergbanan ein wildes Rennen mit der neuesten Bahn – Luna – und auch Helix liefert. Dazwischen wieder Flatrides, die imposanten Schaukeln von Uppswinget, die direkt am Hang stehen, und alles untermalt vom permanenten Geratter der Lisebergbanan oder den Schreien (hoffentlich) erfreuter Fahrgäste einer der Achterbahnen.

Gestalterisch mischt sich hier Lunapark-Flair mit wirklich schönen, großen Schildern, Lichterketten und moderner Gestaltung (etwa der Station von Helix oder der deutlich sichtbaren Kuppel des Universeums außerhalb) sowie den Felsen des Berges und großen, satten Bäumen. Die Bäume nehmen zwar durchaus einiges an Sicht auf beispielsweise die Strecke von Helix, aber es gibt genug Ecken, von denen aus man ausreichend sieht. Sogar auf die unteren Ebenen mit Balder, Loke und Co. kann man von hier oben blicken. Wie schön muss das erst nachts sein, wenn alles beleuchtet wird? Leider blieb mir das verwehrt, denn zu meinem Besuch war es bis 22 Uhr noch relativ hell. Die Beleuchtung konnte man in den letzten Stunden aber zumindest schon erahnen.

Und wenn man nicht gerade in diesem Bereich unterwegs ist, findet man auch im unteren Teil des Parks wirklich schön thematisierte Ecken. Rund um Valkyria, Loke und Balder fühlt man sich in die Zeit der nordischen Mythen und Sagen versetzt – mit typischen Ornamenten, Statuen und Holzbauten. Der Neuzugang für 2026, Stormvåg, steht direkt an einem kleinen Kanal und sieht einfach aus wie ein kleiner Hafen. Die „Main Street“, an der sich auch die Station der Lisebergbanan befindet, ist mit bunten Blumen und Häusern im modernen schwedischen Stil gespickt. Und dann ist da noch das fast schon cartoonhafte Kaninlandet, der Bereich, der sich um die (weitestgehend) grünen Karnickel – die parkeigenen Maskottchen – dreht.

Das alles wäre nur halb so schön, wenn sich der Park nicht in einem so hervorragenden Zustand präsentieren würde. Ja, die Schienen der Lisebergbanan könnte man vielleicht mal kärchern oder streichen und die Rolltreppen haben eventuell auch schon bessere Zeiten gesehen, aber insgesamt sah einfach alles frisch und unglaublich gepflegt aus. Selbst an den Toiletten, die ich im Park besucht habe, gab es nichts zu bemängeln. Ich würde sogar fast behaupten, dass dies der sauberste Park ist, den ich je besucht habe.


To my side, my noble Einherjar!


Verzeiht dieses Zitat aus „Valkyrie Profile“ (mein liebstes Game!), aber Valkyria war eine der Bahnen, die ganz weit oben auf meiner Liste standen, denn ich liebe die nordischen Mythen und Sagen wirklich sehr. Dass es sich dabei um Europas längsten und höchsten Dive Coaster handelt, stand für mich fast schon im Hintergrund. S

Was soll ich groß zur Fahrt sagen? Der Ausblick ist schon richtig toll, wenn man über den Park schauen kann, und anders als beim Baron – bisher der einzige Dive Coaster, den ich kenne – ist der kurze Stopp vor dem senkrechten Sturz durch die größere Höhe schon beeindruckend. Der Rest ist relativ unspektakulär, wobei die gelegentlichen Flüge über das Wasser und die Helix um den Break Dance 5, der nachträglich dort gebaut wurde, von der Location her schon richtig gut sind. Die erste Fahrt war übrigens relativ rappelig, die anderen Fahrten deutlich sanfter. Was ich an der Bahn selbst aber richtig gut fand, waren die Bügel. Hier kommen Westen zum Einsatz und nicht die dicken Schulterbügel. Das fährt sich gleich deutlich angenehmer. Fand zumindest ich.

Was mir an Valkyria aber besonders gefallen hat, war das Theming. Von außen wirkt die Station wie ein auf einer kleinen Anhöhe stehendes, typisch nordisches Wikinger-Holzhaus, fast schon ähnlich einer Stabkirche. Verziert ist das Gebäude mit Statuen von Walküren sowie Drachen- und Schlangenköpfen. Mittlerweile sind die Bäume dort außerdem so groß geworden, dass auch dieser Bereich – wie viele andere Ecken im Park – schön grün durchzogen ist. In der Warteschlange selbst passiert dagegen nicht allzu viel. Hier ein großes Schwert, da ein Schild. Ähnlich sieht es in der Station aus. Dort hängen zwar riesige Feuerschüsseln an der Decke und auch diverse Schilder schmücken den Raum, aber irgendwie wirkte das Innere auf mich doch relativ steril. Ganz anders dagegen der Soundtrack. Ich ziehe meinen Hut vor Imascore, die den Walkürenritt tatsächlich in den Soundtrack eingebaut haben. Geiles Stück, geiler Soundtrack! Bitte Onboard-Audio nachrüsten!

Valkyria ist übrigens die einzige Bahn dort – Luna kann ich noch nicht bewerten –, bei der es eine Warteschlange für die erste Reihe gibt. Ab der Aufteilung bedeutete das etwa zehn Minuten zusätzliche Wartezeit. Außerdem werden die Plätze den Reihen 2 und 3 zugewiesen. Ein vergleichbares System gab es im restlichen Park leider nicht, dazu aber später mehr. Hier hat es unglaublich gut funktioniert.

Etwas seltsam fand ich allerdings den Umgang mit Taschen und kleineren Gegenständen. Taschen sind in der Station verboten und müssen gegen eine kleine Gebühr unten im Shop in Schließfächern verstaut werden. Kleine Gegenstände wie Smartphones oder Brillen muss man entweder sicher an sich verstauen oder in der Station abgeben. Dazu füllen die Operator kleine Schälchen, die anschließend pro Reihe und Zug in kleine Schubladen wandern. Bitte nehmt nicht selbst ein Schälchen und packt eure Sachen hinein – das sorgt nur für Diskussionen und man muss anschließend alles wieder umpacken. Habe ich mehrfach gesehen. Das Schließfach hat man dann übrigens für zwei Stunden (korrigiert mich gerne). Das war bei mir auch der Grund für ein paar Wiederholungsfahrten. So viel Schwabe bin ich dann doch, dass ich erst einmal nur einmal bezahlen möchte. S

Als Fazit zu der Bahn kann ich nur sagen: Es ist immerhin ein Dive Coaster mit etwas Layout und die Thematisierung hat mich einfach komplett abgeholt. Aber würde ich dafür 45 oder gar 50 Minuten anstehen? Eher nicht.


Stationsgebäude



Der Drop sieht schon beeindruckend aus - leider kann man nicht direkt vor dem Loch stehen, weil hier Grünzeug wächst.



Nach dem tiefen Fall geht's einmal hoch hinaus!



Tä-tä-tätääääää-täää... Walkürenritt, frei interpretiert!



Loke's Tricks


Ist man in der Ecke von Valkyria, fällt zwar direkt das hölzerne Konstrukt von Balder auf, aber ein Flatride zieht die Blicke einfach magisch auf sich. Die Rede ist von Loke, einem Intamin Gyro Swing, der abwechselnd in Richtung der Holzachterbahn oder über den kleinen Kanal schwingt – und das bis zu einer Höhe von etwa 42 Metern und einem Winkel von 120°. Ich gebe zu, ich war sehr skeptisch, ob ich das wirklich machen soll. Höhenangst und das Ding nur mit einem Lap Bar? Dann je nach Drehung auch noch rückwärts? Ach, zum Odin, sch*** drauf! Es war Walk-on angesagt. Die letzte Fahrt pendelte gerade aus und dann war ich schon an der Reihe. Oder etwa nicht?

Die Operator stehen direkt am Gate, zählen die Fahrgäste ab und gestikulieren dabei mit den Händen, dass man einmal um die komplette Scheibe laufen und die Plätze auffüllen soll. Klappt natürlich überhaupt nicht, weil man ja – wie in der Bahn – möglichst nicht neben fremden Menschen sitzen möchte. Das hat dann wiederum zur Folge, dass am Ende, wenn ein Teil der Fahrgäste die Bügel bereits geschlossen hat und die Operator ihre Runde laufen, erst einmal alle Bügel wieder geöffnet werden und die Plätze anschließend von den Operatorn aufgefüllt werden. Dass das Beladen dadurch fünf Minuten oder länger dauern kann, muss ich hier wohl niemandem erklären. Und das war an beiden Tagen so.

Es wird aber noch absurder! Wenn dann doch einmal Plätze leer bleiben, werden die Bügel und Schnallen natürlich trotzdem geschlossen. Die öffnet nach der Fahrt allerdings niemand wieder, weshalb bei der nächsten Beladung Menschen auf der Plattform stehen, ohne überhaupt einen Platz zu haben. Dann geht das Spiel von vorne los: Alle Schnallen auf, alle Bügel auf. Chaotisch – aber vielleicht gehört das einfach zum Gesamtbild. Ist Loki als Gott doch schließlich ein gerissener Verursacher von Chaos. S

Irgendwann haben wir es dann und es senkt sich der Boden - die Fahrt beginnt. Da es mein erster Gyro Swing war, wusste ich überhaupt nicht, was auf mich zukommt. Und was soll ich sagen? Kennt ihr das Meme von Chris Pratt im weißen Shirt mit offenem Mund? Ja, genau das war ich auf diesem Ding. Die ersten Schwünge noch entspannt, nimmt das Teil schnell Fahrt auf und donnert brachial durch die Station, ehe es entweder in Richtung Balder oder über dem Wasser ausschwingt und einem einfach nur die Beine in die Höhe reißt. S Ab dem Moment, in dem die Bremse einsetzt und man langsam ausgependelt wird, fange ich allerdings an, die Fahrt nicht mehr so gut zu vertragen. Danach brauche ich einfach einen Moment.

Sowohl die ungünstige Beladungssituation als auch meine Verfassung im Nachgang haben mich aber nicht davon abgehalten, mehrere Fahrten zu unternehmen. Ich würde sogar sagen, dass Loke zusammen mit Talocan inzwischen meine beiden liebsten Flatrides sind. Jaja, Danse Macabre – aber das ist für mich fast schon ein eigenes Genre. Nein, im Ernst: Beide Daumen hoch für das Ding! Und wenn ich vielleicht nächstes Jahr Blackpool von meiner Liste streiche, dann werde ich sowas von in Aviktas sitzen!


Zieht die Blicke einfach auf sich!



Sind die Füße oben, wird man dich loben!



Hier kann man wirklich gut im Grün und Schatten sitzen!



Da ist noch Luft dazwischen!



Das fröhliche Kotz-mit-mir-Karussell


Einen kleinen Fußmarsch von Loke entfernt liegt die Neuheit 2026 – Stormvåg. Die große Ausführung eines Wild Swing überzeugt durch eine wunderschöne Thematisierung, die an einen Hafenkran erinnert. Passend dazu steht die Attraktion direkt an dem kleinen Kanal, der sich durch den Park zieht. Auch das sollte für mich eine Premiere werden.

Da in diesem Beitrag noch einiges kommt, fasse ich mich diesmal kurz. Das Fahrgefühl ist ganz lustig, aber diese Attraktion ist definitiv nichts für meinen Magen. Talocan dreimal hintereinander? Kein Problem – und wenn überhaupt, dann meldet sich höchstens der Kopf. Das Ding hier hingegen? Gut, vielleicht war Loke vorher auch nicht die beste Vorbereitung, aber mein Frühstück hätte sich während der Fahrt beinahe verabschiedet. Und damit stehe ich offenbar nicht alleine da.

Die Attraktion hatte an meinen beiden Besuchstagen immer wieder Downtime und man konnte regelmäßig Operator mit Putzzeug beobachten. Ich lehne mich jetzt einfach mal aus dem Fenster und behaupte, dass der schwedische Magen vielleicht doch nicht so ganz für dieses Fahrprogramm ausgelegt ist. Direkt nach meiner Fahrt wurde sogar im Ausgangsbereich der Mageninhalt eines Fahrgasts entleert. Nicht auszudenken, wenn der Bröckeleshusten schon während der Fahrt zugeschlagen hätte.

Aber: Das Ding ist ein unglaublicher Publikumsmagnet – vermutlich auch, weil man bereits ab 95 Zentimetern Körpergröße in Begleitung eines Erwachsenen mitfahren darf. Menschentrauben vor dem Eingang und eine volle Warteschlange gehören hier praktisch zum Alltag.


Thematisierung!



Einfach locker hängen lassen...



Ich liebe diese großen Namensschilder im Park!



Mit viel Wroms in die Broms


Auch nur einen kleinen Gang von der Sturmflut aus Magensaft (Stormvåg = Sturmflut) entfernt befindet sich die Station der Lisebergbanan. Das kleine Bähnchen zieht seit 1987 seine Runden am Berg und darüber hinaus. Hier fasse ich mich ebenfalls kürzer, kann aber nur ganz dick unterstreichen, dass mich die Bahn unglaublich positiv abgeholt hat. Ihr Rattern und Klappern ist am Berg kaum zu überhören und fast permanent donnert einer der Züge über die zwar schon sehr betagt aussehende, aber noch immer erstaunlich gut fahrbare Strecke, um sich ein kleines Duell mit Helix oder auch Luna zu liefern. Ein- oder zweimal zieht es dabei recht unerwartet zügig in die Tiefe – das hätte ich der Bahn so gar nicht zugetraut. S

Besonders lustig finde ich, dass man hier – sofern es vom Platz her passt – seine Tasche mit an Bord nehmen kann. Das hat auch zur Folge, dass viele Schweden mit diesen riesigen Schokoriegel-Packungen, die man an den zahlreichen Buden gewinnen kann, in der Bahn sitzen. Ein Bild für Götter, wie die übergroßen Süßigkeiten umklammert Runde um Runde über den Berg gedreht werden. S

Sehr unerwartet hart, aber gleichzeitig perfekt für das Retro-Feeling, sind die Bremsen. Heißt das auf Schwedisch wohl auch deshalb Broms, weil sie genau das tun. Man steht gefühlt sofort bei 0 km/h, egal wie schnell der Zug die drei Bremsen anfährt. S Mehrfachfahrten sind bei Wartezeiten von 0 bis 10 Minuten natürlich Pflicht. Und an beiden Tagen blieb die Wartezeit tatsächlich in diesem Bereich – selbst am zweiten Tag, als der Park deutlich voller war.


Ich schäme mich, aber das ist fast das einzige Bild vom Bähnle, was ich habe. Der wunderschöne Bahnhofsbau!



Das ist MEIN Mackprodukt


Ist man auf dem Berg unterwegs, lässt sich der Blick auf Helix kaum vermeiden. Mittlerweile sind einige Ecken auch gut zugewachsen, sodass man nicht mehr alle Elemente perfekt sieht. Das hat allerdings durchaus seinen Charme. Da es mein Erstbesuch war, bin ich zunächst am Aufgang vorbeigelaufen, aber so viele Wege gibt es am Ende dann doch nicht in das Gebäude, in dem sowohl die grüne Schönheit als auch der Freefall „AtmosFear“ ihre Station haben. Und ich hatte so einen Hype auf Helix – das könnt ihr euch nicht vorstellen!
Direkt rein in die Warteschlange und – WOW! S

Also ja, es sieht aus wie ein Parkhaus. Es gibt diverse Gitter- und Metallwände und ansonsten ganz viel Beton mit grünen und weißen Lichtern. Ich kannte Bilder vorab und wusste, was mich erwartet, aber endlich live hier zu stehen und von den Synthesizer-Klängen und donnerndem Bass beschallt zu werden – MEGA! Ich glaube, bei Dunkelheit muss das mit den Lichtern noch einmal deutlich krasser wirken. Und dann ist da beim ersten Betreten noch der Effekt, dass man den Weg überhaupt nicht kennt und fast noch schlimmer in die Irre geführt wird als beim Smiler. Ich habe den Weg einfach nicht verstanden. An jeder Ecke und nach gefühlt jeder Treppe kam eine Abzweigung in eine völlig andere Richtung. Passt aber auch zum Thema, denn offenbar soll das Ganze irgendwie wie ein Videospiel wirken und die Spieler herausfordern. Zumindest habe ich das immer mal wieder gehört.

Was ich allerdings überhaupt nicht gemocht habe, war das Verhalten der Gäste in der Queue und dass die Operator das im Grunde einfach dulden. Generell war das in fast allen Warteschlangen so, aber Helix hat wirklich alles abgeschossen. Wenn ich einmal das Klischee aus dem Europa-Park bemühen und es mit den Franzosen dort vergleichen darf: Franzosen mal zehn (aber eigentlich mag man sie S). Das mag sicher auch daran gelegen haben, dass zumindest am zweiten Tag offenbar viele Schulklassen im Park waren, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Man steht nach dem Drehkreuz, an dem zum Beispiel die Armbändchen kontrolliert werden, kreuz und quer an. Dann gehen die Diskussionen los, wer mit wem zusammenfahren möchte („Kann ich bitte vor? Ich will mit meinen Freunden fahren!“). Und selbst wenn man sich für die erste Reihe anstellt: Sobald auch nur ein Zentimeter Platz zum Vordermann entsteht, drängelt sich sofort jemand in die Lücke und schiebt sich nach vorne.

Teilweise sind vor der Station sogar ganze Gruppen um das Gebäude gelaufen, um irgendwo eine Stelle zu finden, an der sie sich in die Warteschlange drücken konnten. Wenn das nicht funktioniert hat, konnte man ja immer noch über den Ausgang durch die „Schranke“ gehen und in der Station fragen, ob man einen freien Platz bekommt, falls einer übrig bleibt. Entsprechend staute es sich dann natürlich auch am Ausgang. Besonders bei Helix gab es außerdem immer wieder Leute, die eine Person anstehen ließen und sich anschließend per Handy zusammentelefonierten, wo man gerade stand. Mit dem Handy am Ohr und einem „Entschuldigung, mein Freund/meine Freundin steht da vorne“ durch die komplette Queue zu laufen, gehörte dort fast schon zum Standard. Im Phantasialand meldet man so etwas den Operatorn und die sortieren die Leute aus. Hier schien das hingegen niemanden zu interessieren. Meh!

Die Wartezeiten waren insgesamt gut bis moderat – höchstens einmal 40 bis 45 Minuten, meistens aber eher 15 bis 20 Minuten. Deshalb will ich mich darüber gar nicht zu sehr aufregen, aber in dieser Form habe ich das wirklich noch nie erlebt. Noch vor wenigen Wochen war ich in England unterwegs, wo ordentliches Anstehen gefühlt Volkssport ist. Das war hier schon ein ziemlich harter Kontrast und trübt für mich das Gesamtbild in den Stationen etwas. Bis auf Valkyria gab es keine Reihenzuweisung und ich glaube, das würde dem Ganzen durchaus helfen. Gerade bei Helix möchten fast alle entweder ganz vorne oder ganz hinten sitzen und ausgerechnet hinter der Armbändchenkontrolle befindet sich das Drehkreuz für die Back Row. Da kann man noch so oft durchsagen, dass die Leute aufrücken sollen – es macht einfach niemand und es passen irgendwann auch nicht mehr Leute in den doch recht kleinen Bereich.

Den immer größer werdenden Hype habe ich mir davon aber nicht komplett verderben lassen und irgendwann saß ich dann auch endlich im Zug. Zwar bei der ersten Fahrt in der Mitte, aber was soll's. Bügel runter, Schnalle an der Lap Bar einrasten und nach einer kurzen Kontrolle geht es auch schon aus der Station direkt in die erste Inversion, gefolgt vom ersten Launch. Wenn ich ihn denn überhaupt so nennen darf, denn ich fand weder den ersten noch den zweiten Launch besonders kräftig. Sie erfüllen ihren Zweck und bringen den Zug auf Geschwindigkeit, aber wirklich viel gespürt habe ich davon nicht. Müssen sie aber auch gar nicht, denn das Gesamtpaket hat mich trotzdem komplett abgeholt.

Mein absolutes Highlight der Fahrt ist die Inversion nach dem zweiten Launch und der Airtime-Hügel vor der S-Kurve am Ende, wenn es mit Blick auf die Gothia Towers am Berg entlang in die Tiefe geht. Das hat mich bei der ersten Fahrt völlig unerwartet mitgerissen und bei jeder weiteren Fahrt einfach nur ein noch dämlicheres Grinsen ins Gesicht gezaubert. Dazwischen kommt eigentlich keine Langeweile auf. Das Layout schlängelt sich gekonnt am Terrain entlang, interagiert mit den anderen Bahnen und Flatrides, wechselte rasant zwischen dem weiten, meist strahlend blauen Himmel und dem mittlerweile üppigen Grün, als wolle sich der grüne Zug elegant im Buschwerk verstecken, nur um dann unerwartet wieder aus den Büschen zu huschen! Und dann noch diese Schlussrolle, perfekt auf das Riesenrad ausgerichtet, als wolle sie die Fahrgäste zum Abschluss noch einmal hypnotisieren.

Mein Fazit? Eine Bahn, bei der ich mir nicht denke, dass noch ein paar Meter Strecke oder ein oder zwei Elemente fehlen – so wie ich es wenige Wochen zuvor bei Hyperia empfunden habe. Für mich ist das einfach ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Ja, es gibt wildere Fahrten. Anfang des Jahres war ich aber auch wieder auf Blue Fire unterwegs und habe dabei festgestellt, wie gern ich diese Bahn im Europa-Park eigentlich fahre. Helix ist für mich allerdings eindeutig das bessere Blue Fire. Mit meinem noch recht überschaubaren Count und den wenigen Mack-Coastern, die ich bisher gefahren bin, ist das vielleicht eine gewagte Aussage. Aber von allen Mack-Bahnen, die ich bisher kenne, ist das hier ganz klar meine Nummer eins. Und es ist eben nicht nur der Coaster selbst, sondern alles drumherum. Ich mag die Züge, ich liebe diese Farbe, ich mag die Warteschlange, den Soundtrack … Ja, ich liebe Themenparks mit durchgängiger Thematisierung bis ins kleinste Detail. Aber bei dieser Lage und der Art, wie das Gelände genutzt wird, ist mir das hier völlig egal.

Hype komplett erfüllt – und sogar übertroffen! S


Und plötzlich steht man endlich da!



Queue...



Noch mehr Queue!



Feel the Pretzel!



Die Ärmchen eine Brezel müssen knackig sein!



Wheeee!



Klassiker - mit mindestens einem Tower im Hintergrund!



Ich glaube ich seh doppelt! Vier Helix!



Leider in dem Moment kein Zug.



Ich mach nur Foto - ich hole das später... S



Lückenfüller (okay, das ist hart formuliert!)


Natürlich gibt es mit Balder zumindest noch eine große Bahn, die ich ganz simpel als „Airtime-Maschine des Todes“ bezeichnen würde – und zwar absolut positiv gemeint. Von außen ist sie schwer einsehbar, Thematisierung gibt es in der Station kaum, aber dieses permanente Auf und Ab zwischen den Holzbalken und durch die Tunnel ist einfach grandios. Leider herrschen auch hier in der Station nicht gerade die besten Zustände, aber immerhin gibt es deutlich mehr Platz als bei Helix. Das macht das Ganze schon etwas angenehmer. Und an dieser Stelle entschuldige ich mich direkt dafür, einige Attraktionen nun im Schnelldurchlauf abzuhandeln, denn Balder und die anderen Bahnen hätten eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Mein Fokus lag bei diesem Besuch aber tatsächlich auf anderen Attraktionen. Wobei ich Balder im Nachhinein betrachtet wirklich öfter hätte fahren sollen. GEILES TEIL! Lange habe ich meine Arme nicht mehr freiwillig eingezogen. S

Oben im Bereich Lunapark – wunderschön gestaltet mit jeder Menge Retro-Charme und großen Schildern für die Attraktionen – steht mit Luna sogar noch ein Boomerang Coaster, den ich allerdings ausgelassen habe. Gerade am Abend konnte man hier gut beobachten, dass der Zug häufig nur mit zwei oder vier Fahrgästen besetzt war und deshalb auf dem Spike gar nicht besonders hoch auspendelte. Durch die Rückwärtsfahrt war mir das Ganze aber etwas zu heikel. Das vertrage ich schon bei Kinder-Taron nicht und nach drei Fahrten auf Winjas ausschließlich rückwärts beim letzten Wintertraum möchte ich auf das Thema „Übergeben im Freizeitpark“ lieber verzichten. Wobei ich es am ersten Tag mit den Wiederholungsfahrten wegen des geringen Andrangs vielleicht auch etwas übertrieben habe. Ich bin halt auch keine 20 mehr. S

Was ich aufgrund des Walk-ons dann aber doch mitgenommen habe, ist das Rafting Kållerado. Bei Temperaturen um die 20 Grad war das auch angenehm und gut zu ertragen, selbst wenn man nass werden sollte. Tja, was soll ich sagen? Das Rafting selbst ist fast schon unspektakulär, liegt aber wunderschön zwischen den Bäumen im Bereich von Balder und Loke. Darüber hinaus ist die Strecke mit mehreren Effekten gespickt, die Boot und Fahrgäste ordentlich erwischen können. Am gemeinsten sind dabei nicht einmal die Wasserbomben, die man im Europa-Park gegen einen kleinen Aufpreis auslösen kann und die hier automatisch zünden, sondern die Fontänen, die wie bei diesen kleinen Wasserspielen regelmäßig von einer Seite des Weges zur anderen schießen.

Gegen Ende gibt es eine Szene mit einem kleinen Holzhaus, aus dem gleich drei dieser Fontänen hervorschießen. Ich habe bei meiner Fahrt alle drei mitgenommen. Die erste direkt in den Schritt – inklusive Unterhose war sofort alles klatschnass. Das sah aus, als hätte ich mir in die Hose gemacht. Und während ich mich noch darüber „freue“ (nicht), dass das Wasser nun innen an den Beinen herunterläuft, kassiere ich die beiden anderen Fontänen jeweils mitten ins Gesicht. Dazu noch eine Wasserbombe direkt in den Ausschnitt am Rücken und nach zwei Wellen waren schließlich auch die Schuhe komplett durch. Dabei wäre das ursprünglich gar nicht mein Platz gewesen. Ich wurde erst auf den letzten Drücker dem Boot zugeteilt und die Besatzung musste noch etwas umsortiert werden.

Entsprechend nass hätte ich anschließend auch noch die Wildwasserbahn mitnehmen können, die sich ebenfalls oben über den Berg schlängelt. Hier lagen die Wartezeiten allerdings an beiden Tagen bei rund 40 Minuten, weil das Wetter einfach hervorragend war. In derselben Zeit kann man allerdings drei- oder viermal Helix fahren. Die Entscheidung fiel mir daher ziemlich leicht. S

Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine ganze Menge an Flatrides und im Kinderbereich Kaninlandet einen richtig guten Dark Ride mit wirklich schön gestalteten Szenen. Überhaupt ist der gesamte Bereich einfach zauberhaft gestaltet und auch hier lebt es wieder an jeder Ecke. Die Hasen finde ich – vermutlich wegen zu viel Silent Hill – zwar stellenweise schon etwas unheimlich, aber dieser Bereich ist einmal mehr wunderschön geworden. Und es freut mich jedes Mal zu sehen, wie viele Menschen, ganz egal welchen Alters, dort mit den im Souvenirladen gekauften Hasenohren herumlaufen.


Das bisher wohl schönste Hotel in einem Park


Am Ende eines aufregenden Tages bin ich, voller Eindrücke aus dem Park, direkt in das angrenzende, parkeigene Grand Curiosa Hotel gegangen. Das stand schon lange auf meiner Liste und hatte mich bereits auf den Bildern sehr angesprochen. Was soll ich sagen? Dieses Hotel verdient das in Versalien geschriebene GRAND im Logo so was von! Das gesamte Hotel ist wie ein Museum aufgebaut, in dem – nach Etagen geordnet – gesammelte Kuriositäten ausgestellt sind. Das geht sogar so weit, dass im Hotelshop Merch, Getränke und Snacks regelrecht mit der Thematisierung verschmelzen. Allein über die Eingangshalle könnte man einen eigenen Roman schreiben, aber da der Bericht ohnehin schon sehr lang geworden ist, versuche ich, mich etwas kürzer zu fassen.

Es ist beeindruckend, welche Kreativität hier zum Tragen kommt. Gigantische asiatische Vasen bilden die Säulen in der Lobby. An der Decke hängen Papierschirme, die gleichzeitig als Lampen dienen. Direkt neben dem Check-in befindet sich an einer Treppe ein riesiger Vogelkäfig, der fast über einer angrenzenden Spiralrutsche zu schweben scheint. Und dann dieses gewaltige Gebilde im Treppenhaus! Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Sammelsurium verschiedenster Dinge, tatsächlich steckt aber auch hier ein durchdachtes Konzept dahinter. Da jede Etage einem eigenen Thema gewidmet ist – beispielsweise der zweite Stock dem maritimen Leben –, findet man dort Fische, Quallen und andere Meeresbewohner. Im dritten Stock dreht sich alles um die Pflanzenwelt und entsprechend dominieren Blätter und Blumen. So zieht sich dieses fast schon als Mobile zu bezeichnende Kunstwerk bis hinauf in die siebte Etage. Dazwischen stehen immer wieder große Statuen, Modelle von Schiffen, gigantische geschnitzte Tafeln mit asiatischen Drachen und jede Menge charmante Sitzecken. Selbst die Aufzüge, die von der Lobby aus erreichbar sind, sind wunderschön gestaltet und könnten direkt aus einem ganz bestimmten Partnerhotel stammen.

Im Erdgeschoss befinden sich außerdem die Speisehalle, in der unter anderem das Frühstück serviert wird, sowie das Café mit seinen hervorragenden hausgemachten Kuchen. Das Kaffeeangebot ist zwar überschaubar, aber diese Kuchen! So gut! Als besonderes Highlight gibt es zwischen Café und Speisehalle einen kleinen Wintergarten, in dem ein historisch wirkendes Pferdekarussell steht, das zu bestimmten Zeiten sogar seine Runden dreht. Sowohl das Karussell als auch die Rutsche in der Lobby sind bei Kindern äußerst beliebt – eigentlich gilt das für das gesamte Hotel. Gerade in der Lobby sollte man also nicht mit Ruhe rechnen und darauf vorbereitet sein, dass einem ganze Kindergruppen wie das lange Tetris-Stück im Querformat entgegenkommen. Lieber kurz zur Seite treten und passieren lassen – auf dem Weg zu ihren beiden Lieblingsattraktionen kennen sie nämlich nichts.

Das Frühstück selbst bietet im Grunde einen klassischen Hotelstandard. Es gibt ein warmes Buffet mit Würstchen, Fleischbällchen, Bacon und vielem mehr. Dazu kommen eine kalte Theke mit Joghurt, angerührten Chiasamen mit Kokosmilch sowie Overnight Oats. Verschiedene Backwaren, Aufschnitt, Käse und sogar Kuchen runden das Angebot ab. Bei den Getränken gibt es die üblichen Automaten sowie zwei Sorten Ingwer-Shots. Die Qualität ist allerdings richtig, richtig gut und ich habe mich besonders darüber gefreut, dass es die Chiasamen mit Kokosmilch gab – genau so bereite ich sie mir zu Hause ebenfalls gerne zu. Das Frühstück bucht man übrigens nach dem Bezug des Zimmers über einen QR-Code. Praktisch ist dabei, dass auf der Karte mit dem Code die Stoßzeiten in der Speisehalle farblich markiert sind.

Und das Zimmer? Wahnsinn! Es war ungefähr so groß wie mein Turmzimmer im Efteling Grand Hotel – und das, obwohl es nur ein Standardzimmer war. Das Kinderbett befand sich in einer richtig großzügigen Nische, die sich mit einem schweren Vorhang abtrennen ließ. Das wirkte fast wie ein eigenes kleines Zimmer. Der bunte Stilmix des Hotels setzt sich auch hier konsequent fort. Die Garderobe besitzt überwiegend normale Haken, doch plötzlich ist einer davon eine Hand mit erhobenem Daumen und ein anderer ein Hase. Selbst die Lampen am Bett sehen aus wie zwei asiatische Fächer.

Und das Badezimmer? Ich hatte noch nie ein so großes Hotelbad. Ja, es gab „nur“ eine begehbare Dusche, aber alles war ausgesprochen großzügig gestaltet. Ein riesiges Waschbecken mit zwei Wasserhähnen, Vintage-Lampen, die fast wie alte Gaslaternen wirken, und Fliesen, die bewusst alt und gebraucht aussehen. Dazu kam der hervorragende Pflegezustand. Im Efteling Grand Hotel war ich kurz nach der Eröffnung und dort waren bereits einige Bereiche sichtbar verkratzt. Hier dagegen wirkte alles wie frisch eröffnet. Und dann noch der Ausblick! Je nach Zimmerlage blickt man direkt auf den Park. Ich hatte Glück und konnte auf den Eingangsbereich schauen, einen kleinen Teil von Valkyria sehen und ein Zimmer weiter hätte ich sogar einen Balkon gehabt.

Im Hotel selbst gibt es außerdem ein kleines Abendprogramm sowie ein Restaurant und eine Rooftop-Bar. Nichts davon habe ich genutzt. Stattdessen bin ich gemütlich in mein unfassbar bequemes Bett gefallen, habe mir noch ein KEX vom Coop gegenüber gegönnt und den Tag mit den Tee- und Kaffeeutensilien aus dem Zimmer gemütlich ausklingen lassen.

Auch der Check-out ist ausgesprochen praktisch. Bereits am Vortag erhielt ich eine E-Mail mit einem Link. Dort gibt man an, wann man auschecken möchte, und kann gleichzeitig noch offene Posten begleichen. Einfach alles ausfüllen und am nächsten Morgen die Zimmerkarte in den roten Express-Check-out werfen – fertig. Kein Anstehen, nichts. I like!


Lampenschirme. Ist lustig, weil Schirme...



Café und Lobby



Noch mehr Café!



Kuchen zum Gucken!



Hotel-Shop!



Jetzt nur kein Blitzeinschlag...



Sitzecke im dritten Stock.



Das "Mobile" im Treppenhaus!



Lampen unterschiedlichster Ausführungen.



Wahrlich kurios!



Für einen Katalog reicht das Bild nicht, aber: Badezimmer!



Kinderecke - oder Platz für drei Saufkumpel.



Des Masters Bett!



Garderobe sagt "I like".



Ja wo laufen sie denn?



Rutsche vom zweiten in den ersten Stock!





Fazit: Einer der schönsten Parks in denen ich bisher war


Genau das, was die Überschrift sagt. Punkt.

Der Park mag zwar kleiner sein, als ich gedacht hatte. Durch den Berg gewinnt er allerdings auch noch einmal deutlich an Fläche. Die Menge an Attraktionen und vor allem deren Qualität – ganz egal, ob bei der Thematisierung oder der Sauberkeit – haben mich aber wirklich positiv überrascht. Hier findet einfach jeder etwas. Dieses hohe Niveau setzt sich im Hotel nahtlos fort und ich kann deshalb nur erahnen, wie großartig der Wasserpark wird, wenn er eröffnet. Das ist zwar nicht unbedingt meine Welt, aber wenn dort das fortgeführt wird, was ich im Park erlebt habe, dann hat Liseberg mit dem Wasserpark eine richtig große Nummer am Start.

Die Operator und das Klientel hätten bei meinem Besuch zwar gerne etwas angenehmer sein dürfen, aber nach nur einem Besuch möchte ich den Park dafür nicht verurteilen. Ich würde mir allerdings wirklich wünschen, dass alle Bahnen eine Reihenzuteilung bekommen – besonders Helix. Der Platz hinter dem Drehkreuz ist einfach zu knapp, als dass sich dort regelmäßig solche Staus bilden sollten. Andererseits: Vielleicht war das auch einfach eine Ausnahmesituation.

Liseberg hallt bei mir noch immer nach. Mit einem weinenden Auge denke ich an Helix zurück, würde am liebsten sofort wieder hin und beim nächsten Gyro Swing à la Loke sitze ich garantiert ohne zu zögern drin.

Tack, Liseberg, für diese wirklich schöne Erfahrung! Und Tack auch an alle, die sich bis hierhin durchgekämpft haben. Ich werde den Bericht sicher noch ein-, zweimal durchlesen, hier und da ein paar Kleinigkeiten korrigieren und vielleicht noch etwas Feinschliff betreiben. Aber mit diesen Worten endet mein Bericht nun endgültig.
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