Ich besuche nicht mehr so wahnsinnig oft Freizeitparks (leider), aber wenn es sich anbietet, dann nutze ich die Gelegenheit gerne, so wie letztes Wochenende, als mein Mann und ich in Amsterdam Wohnungen besichtigt haben und ich einen Walibi-Holland-Besuch zu den Fright Nights mit in den Reiseplan geschmuggelt habe.
Für einen Besuch sprach, dass mein letzter Walibi-Besuch inzwischen 16 Jahre her war (damals war Goliath noch grün-lila und Robin Hood eine Holzachterbahn); dass der Park mit dem Sixt-Flitzer aus Amsterdam sehr einfach zu erreichen ist; dass wir beide
Halloween-Events in Freizeitparks gerne mögen; und dass es dann doch inzwischen Zeit für mich wurde, meinen ersten
RMC zu fahren.
Gegen einen Besuch sprach, dass der Park zu den Fright Nights aus allen Nähten platzt; und dass mein Mann zwar gerne gerne Achterbahn fahren würde, sein Körper diesen Enthusiasmus aber nicht teilt, und es somit für ihn in einem Park wie Walibi Holland nicht so wahnsinnig viel zu tun gibt, vor allem dann nicht, wenn die Oldtimer-Bahn und die Parkeisenbahn nicht in Betrieb sind.
Der teure Kompromiss waren zwei goldene Fast-Lane-Pässe und zwei RIP-Pässe, sodass er nicht allzu lange auf einer Bank sitzen und mit seinem Handy spielen muss, während ich stundenlang in Warteschlangen stehe.
Der Wert dieser Pässe hat sich dann auch ziemlich schnell erwiesen, mir-wird-schnell-schlecht-Ehemann hin oder her: Wenn ich zweimal im Jahr einen Freizeitpark besuche, will ich einfach nicht 80 Minuten (Goliath, ein-Zug-Betrieb), 90 Minuten (Untamed) oder 110 Minuten (Lost Gravity) für eine Achterbahnfahrt anstehen.
Am Ende war es uns beziehungsweise mir dann möglich, an einem vollen Halloween-Samstag 2x Untamed (letzte Reihe + erste Reihe bei Nacht), 2x YOY Thrill (jeweils erste Reihe), 1x YOY Chill (letzte Reihe), 1x Lost Gravity (erste Reihe), 1x Speed of Sound (erste Reihe), 1x Xpress (erste Reihe), 1x Drako (erste Reihe

), 1x Eat My Dust (nicht erste Reihe) und 1x Space Shot zu fahren sowie fünf Mazes zu besuchen.
Das war schön.
CC+5 für mich war eine nette Begleiterscheinung.
Da war er noch am Lachen. Nach YOY Chill und Goliath nicht mehr.
Ein paar lose Gedanken zu meinem Besuch – nicht sortiert und primär ausgewählt nach Erkenntnissen, die ich vor meinem Besuch nützlich gefunden hätte:
Anreise: Bei der Hinfahrt nicht aufs Navi verlassen, zu Halloween wird unterm Solarpark auf der anderen Seite der Hauptstraße geparkt. (Bei der Rückfahrt haben wir uns aufs Navi verlassen und auf einem dunklen Feldweg gefühlt ganz Flevoland durchquert.) Die E-Ladeplätze in der Nähe des Parkeingangs waren nicht verfügbar.
Mitarbeiter: Das Personal im gesamten Park war top motiviert und sehr freundlich. Überall wurde durchgehend geputzt, Müll aufgesammelt, freundlich bei Fragen weitergeholfen. Operations waren effizient und schnell. Der ein-Zug-Betrieb bei Goliath und YOY Chill lag, vermute ich, an technischen Problemen und nicht an mangelndem Willen.
YOY: Ist solide und macht Spaß, war aber nicht umwerfend und hat vor allem auf dem Lift erstaunlich viel gerappelt. Der Duelling-Effekt macht einen großen Unterschied; den gabs am Samstag aber natürlich nur bei jeder zweiten Fahrt, Chill ein Zug dies das.
Untamed: Ist der Wahnsinn, vor allem nachts, wenn man einfach nur raus in den dunklen Wald rast. Ich freue mich auf meinen nächsten
RMC und würde mich nicht wundern, wenn es der in Wavre wird. (Ich habe aber eine Schwäche für hohe und schnelle Achterbahnen, weswegen Goliath meine Nummer 1 im Park bleibt. Sorry,
RMC.)
Ich mag die Festival-Atmosphäre.
Lost Gravity: Hat mehr Spaß gemacht, als ich vorher gedacht hätte, auch wenn mir danach ein wenig schwindelig war. Fühlt sich an wie eine moderne wilde Maus auf Steroiden. Der Fast-Lane-Eingang durch den amerikanischen Schulbus war cool.
Halloween (1): Hm. Ganz ehrlich – ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft. Ich weiß nicht, wie es inzwischen in anderen Freizeitparks ist, aber im Vergleich hat mir das Halloween Horror Fest im Movie Park vor zehn Jahren besser gefallen. Schon allein, weil im Movie Park im ganzen Park Halloween-Stimmung war, mit Musik und Deko und Scare Actors. In Walibi gibt es stattdessen Scare Zones, die zwar grundsätzlich gut gemacht, aber leider alle völlig überfüllt sind. Die Scare Actors gehen in den Menschenmengen unter, und wenn man eine Zone verlässt, wird die Immersion doch sehr unterbrochen. Vor allem Halloween Town ist merkwürdig: irgendwo am Ende der Welt hinter Goliath, nachdem man ein paar Minuten über einen leeren, mit Baugerüsten eingezäunten Feldweg gelaufen ist.
Aber hübsch ist es in Halloween Town.
Halloween (2): Und so ging es in den Mazes leider weiter. Wieder grundsätzlich alle gut gemacht, aber vor allem in den Haunted Houses wurden wir einfach in einer langen Menschenkette durchgeschleust. Viele der Effekte gingen so an mir vorbei. Wenn wir viel Zeit in Warteschlangen verbracht hätten, hätte ich mich ein wenig geärgert. Es gibt zusätzlich zu den Haunted Houses (indoor) und Walkthroughs (outdoor) noch „Experiences“, die sicher deutlich besser sind, mit kleineren Gruppen bis hin zum Einzelerlebnis. Aber die waren schon ausgebucht, als uns klar wurde, dass wir sie separat buchen müssen. Mein Ranking der besuchten Mazes: 1) Wicked Woods, 2) Camp of Curiosities, 3) Psychoshock, 4) Jefferson Manor, 5) The Villa. Die direkte Interaktion mit Scare Actors an den RIP-Eingängen war prima.
Publikum: Fand ich relativ entspannt. Klar, viele junge Leute, ein bisschen Alkohol, aber alles im Rahmen. Vielleicht bin ich aber auch einfach anderes aus dem Thorpe Park gewohnt. In Walibi ist dieses Jahr wohl neu, dass die Fright Nights von den familienfreundlicheren Spooky Days getrennt stattfinden. Deshalb waren am Samstag nicht wirklich viele Eltern mit ihren Kindern im Park.
Stichwort Thorpe Park: Die beiden Parks würde ich in Europa wohl am ehesten vergleichen, und Walibi Holland gewinnt den Vergleich um Längen. Das Achterbahn-Angebot ist vergleichbar (im Sinne von Abwechslung und Thrill), aber Walibi ist besser in Schuss gehalten, hat bessere Operations, bessere Mitarbeiter und auch besseres Theming.
Essen & Trinken: Das Essensangebot in Walibi Holland ist enttäuschend, vor allem für Vegetarier. Es war gut, dass überall im Park Foodtrucks standen, die die Kapazität insgesamt dramatisch erhöht haben; aber wenn kaum einer dieser Trucks vegetarisches Essen anbietet, hilft uns das nicht. Lieber einen leckeren Salat oder eine Bowl von Albert Heijn mitnehmen. Selbst der „Starbucks-Kaffee“ von „Starbucks“ war schlecht. Toiletten werden an Halloween durch Container ersetzt bzw. ergänzt. Muss man nicht toll finden, waren aber den ganzen Tag (und den ganzen Abend) über sehr sauber. Insgesamt sicher besser als endlos lange Warteschlangen an den eigentlichen Toiletten.
Irgendwie liest sich dieser Bericht jetzt negativer, als ich den Tag erlebt habe. Ich hatte viel Spaß, auch wenn das hier nicht unbedingt so klingt. Vielleicht waren meine Erwartungen an die Fright Nights einfach ein bisschen zu hoch. Achterbahn fahren bei Nacht ist aber immer gut, vor allem, wenn es richtig gute Achterbahnen sind.
Nächstes Mal gehts vielleicht trotzdem wieder nach Efteling. Da sitzt mein Mann dann auch nicht den ganzen Tag auf der Bank.
Liebe Grüße,
Max