Endspurt und letzter Bericht der fantastischen HOTS-Tour 2017:
Als letzter Park der Tour stand mit Six Flags Over Georgia eine Wundertüte auf dem Programm:
Wenn man das
Coaster-Portfolio einmal betrachtet, erwartet man zunächst Six Flag'schen Einheitsbrei. Jedoch hat dieser Park (ebenso wie Carowinds am Vortag) mal eben nicht mehr und nicht weniger als satte
4 B&Ms da stehen! Kann ja also eigentlich nur ein toller Park sein?! Hinzu kommt ein echter Klassiker aus dem Hause Schwarzkopf, 2 Woodies, Kiddie Coaster der größerern Sorte, die 3.-älteste Bahn von Arrow und ein niederländisches Schienenknäuel, welches man ggfls. unter dem Namen "Velociraptor" aus dem Film
Vacation, der Neuauflage mit den schrullen Griswolds aus 2015, kennen könnte. Dort nur mit etwas digitaler Strecke mehr aufgehübscht.
Das 2. hiesige deutsche Achterbahnprodukt konnten wir leider nicht testen, da der Eurofighter
Dare Devil Dive (leider) den ganzen Tag down war. Aufgrund diverser Erfahrungsberichte bin ich aber irgendwie nicht allzu traurig gewesen.
Als Wundertüte bezeichne ich den Park, da man vorab nicht wusste, ob er sich eher an den beiden ersten Six Flags Parks der Tour, Fiesta Texas und over Texas (sehr positiv!) oder doch eher an St. Louis (eher negativ) orientieren würde.
Zudem hieß es im Vorfeld, dass das Wetter nicht das allerbeste sein würde und es im Laufe des Tages zu Regengüssen kommen könnte. Darüber hinaus war mit einem Samstag grundsätzlich mit höherem Andrang zu rechnen. Dass wir dann auch erst gegen Mittag am Park angekamen, weshalb die in Amerika so gern genutzten ersten 2 Stunden im meist leeren Park leider wegfielen - geschenkt.
Mit dem Wissen, dass es am Abend noch eine halbstündige ERT auf
Shock Wave Mind Bender und am Nachmittag ein Mittagessen geben sollte, ging es sodenn in den Park und nach dem obligatorischen Gruppenfoto (je länger die Tour dauerte, desto mehr Menschen fehlten auf den Fotos
) für meine Gruppe direkt links herum, wo uns mit dem
Georgia Scorcher das vermeintliche Highlight in Sachen
Stand-Up Coaster erwartete. Allerdings wartete dort ebenso eine ziemliche große Menge anderer Menschen, was eine (laut Schild) 90-Minütige Wartezeit mit sich brachte, sodass wir erst einmal weiter gingen.
Am - wie erwähnt - geschlossenen Dare Devil Dive und
Shock Wave Mind Bender vorbei, ging es zunächst nach Gotham. Denn dort wartete der 5. (!) und letzte
Batman der Tour auf uns. Ohne Wartezeit. Schöner Auftakt.
Mit
Shock Wave Mind Bender hob ich mir hier tatsächlich erstmals auf einer Tour eine Bahn extra nur für die abendliche ERT auf (und ich nehme mal vorweg, dass es sich definitiv gelohnt hat!).
Weiter ging es zur höchsten Bahn das Parks:
Goliath - hier in Form eines
B&M'schen Hyper-Coasters in den Giovanola Farben.
Hier war mal wieder taschenlos-Zwang angesagt, sodass Locker am Eingang gemietet werden mussten. Dies dauerte bei der ersten Reservierung ärgerlich lange. Die Warteschlange war zwar nicht sehr voll, dafür sehr lang und auch nicht wirklich abkürzbar (außer von außen über die Zäune, aber da wäre ich in Amerika mehr als vorsichtig). Wir entschieden uns für die letzten beiden Reihen. Kurz, bevor wir dran waren, sahen wir, dass Frontrow-Rainer gerade in der Schlussbremse angekommen ist und sich erstmal ausführlichst mit dem Parkplan beschäftigt hat.
Immer diese Touristen?!
Hier tat sich längere Zeit nichts mehr ... Zum Glück hatte Rainer den Hut dabei!
Durch den Ausgang der Attraktion kamen dann - begleitet von Six Flags Personal - einige (offenbar Promis) Personen rein, die sich in die ersten beiden Reihen des Zuges setzten. Selbstredend Handys in der Hand haltend, jauchzend und dabei von einem Kameramann außerhalb vom Zug gefilmt werdend.
Wie ich später rausgefunden habe, soll es sich bei dem Haupt-"Promi" um den niederländischen Fußball-Nationalspieler
Memphis Depay gehandelt haben, welcher auch mal für Manchester United aktiv war. Warum so einer, der in den USA wohl nicht den allergrößten Bekanntheitsgrad inne hat, jetzt in einem Freizeitpark in Atlanta derart betüddelt werden muss, bleibt mir allerdings ein Rätsel.
Jedenfalls fuhr der Zug mit den "Promis" dann auch nur in den ersten beiden Reihen besetzt. Die Stimmung in der Station stieg darauf parallel zur Temperatur im restlichen Park
Auch an diesem Tag war ich froh, über den free-Refill-Becher, den ich mir bereits in Fiesta Texas für die 4 Six Flags Parks gegönnt habe, denn nun war es wirklich äußerst drückend von den Temperaturen her.
Wir erreichten den
Georgia Cyclone - eine Bandit-/Viper-Kopie in weiß - im vom Eingang aus gesehen rechten Teil, wo immerhin der Wartebereich überdacht war. Die Abfertigung dort war allerdings wirklich mehr als mies ... Die Bahn hingegen konnte was! Es rappelte zwar gewaltig, aber aufgrund der PTC-Züge weitaus weniger schmerzhaft, wie a) befürchtet und b) bei Bandit. Jedoch war die
Airtime wirklich famos! Hat mir auf der einen Seite sehr viel Spaß gemacht, auf der anderen habe ich mich gut festgekrallt, ob der abrupten Stöße gen Bügel
Weiter ging es zum wirklich überraschend guten, dafür aber für meinen Geschmack für kleine Kinder auch überraschend schaurigen Darkride
Monster Mansion. Sollte man bei einem Besuch nicht auslassen, auch wenn man länger warten muss. Hat mir ziemlich gut gefallen!
Unweit davon erreichten wir den Kiddie-Coaster
THE JOKER Funhouse Coaster, welcher wahrlich flott unterwegs war für die eigentlich kinderfreundlichste Bahn des Parks. Auch nicht schlecht. Jedoch warteten wir hier über eine halbe Stunde, aufgrund mangelnder Kapazität und onridern mit Flash-Pässen
Als nächstes war der alte Mine-Train
Dahlonega Mine Train dran. Ein Arrow-Schätzchen, welches zwar keine wirklich steilen Drops oder atemberaubende Kurvenkombination bietet, aber eine schön lange Fahrt, gepaart mit einer dicken Portion Nostalgie. Da war selbst die quälend langsame Abfertigung nicht so schlimm. Später am Tag war dort wohl Walk-on angesagt (#
crazyx)
Da die Warteschlangen bei Blue Hawk und der Great American Scream Machine recht lang aussahen, gingen wir zu
Superman - Ultimate Flight. Ich mag die Dinger. Benni wollte aber lieber etwas Rasten und blieb draußen sitzen. Wir machten derweil Späsken beim Warten.
Man beachte Holgers Baby-Face
Als wir dann gerade an den Gates angekommen sind, tat sich erstmal garnichts mehr. Zunächst vermuteten wir, dass sich jemand in der Schlussbremse übergeben hat, da man mit Putzeimer und Sägespäne dorthin marschierte. Später kam aber - wie sollte es anders sein - direkt in unserer Reihe noch ein Mechaniker dazu, der an dem Verriegellungssystem hantierte. Dies war vermutlich die längste Wartezeit, welche wir an diesem Tag hinter uns bringen mussten. Aber ich fand die Bahn trotz bekanntem Layout ziemlich gut, da sie schön an Bäumen vorbei, über die Wartenden hinweg, durch einen Tunnel hindurch fährt und zur Front hin die hohe Kurve als Hingucker zum Vorplatz hin hat.
Dann war Zeit fürs Mittagessen, welches nur wenige Meter entfernt in einer Picknick Area hinter dem Gewässer, auf dem Blue Hawk steht, serviert wurde. Besonders in Erinnerung geblieben ist auch dieses nicht.
Als es dann wieder los gehen sollte, viel erst auf, dass keine Achterbahn in der Ecke (Blue Hawk, Great American Scream Machine und Superman) derzeit fuhren. Laut Park App war alles outdoor "due to thunderstorms" außer Betrieb. Hier das ganze Ausmaß der zerstörerischen Natur in einem Bild festgehalten:
*mackmackmack*
Hmm, also was tun? Da uns noch Blue Hawk, GASM, der Georgia Scorcher sowie
Shock Wave Mind Bender fehlten, entschieden wir uns dafür, es mal beim bereits aus Over Texas und St. Louis bekannten Darkride
Justice League - Battle for Metropolis zu probieren, wo nun aber natürlich jeder hin rannte, da die Indoor-Attraktionen weiter betrieben wurden, logischerweise. Dafür war uns die Wartezeit dann doch zu lang, da wir ja auch nicht wussten, wann / ob die Achterbahnen nochmal öffnen würden. Immerhin regnete es nicht wirklich.
Also warteten wir einfach vor dem Eingang von Blue Hawk, aber immer mit einem Auge auch auf die Station von GASM, da dort die Leute zumindest nicht des Wartebereichs verwiesen wurden.
Nach einigen Minuten ging es auch tatsächlich weiter und ich saß in der Front eines nigelnagelneuen Zuges aus Vlodrop in Erwartung, einer schönen - aufgrund der Westenbügel - weniger ruppigen Fahrt. Nun denn: Positiv sind allenfalls die vielen near Miss Effekte, welche wirklich gut rüber komnen in der Front! Die Fahreigenschaften waren allerdings selbst mit Westen nicht so prall.
Nun fuhr auch die GASM wieder - also nichts wie hin!
Mir hat die Fahrt Spaß gemacht! Tat nicht weh, hatte
Airtime, rappelte nicht zu stark, dass es weh tat. Also ein rundum gelungener Out-and-Back-Woody.
Auf dem Weg zurück in den vorderen Parkteil fing es nun an, sich wieder zuzuziehen (ob es letztendlich tatsächlich geregnet hat, weiß ich schon garnicht mehr
), aber wie die Amis nun sind, wurde wieder alles dicht gemacht, was nass werden könnte. Dennoch begaben wir uns in die Nähe vom
Stand-Up Coaster. Für alle Fälle.
Ich erinnerte mich, dass gegenüber vom
Shock Wave Mind Bender Eingang eine Cold Stone Bude war. Nachdem ich noch manchen überzeugen konnte, sich auch ein Eis zu gönnen, war die Tatsache, den Stand geschlossenen vorzufinden natürlich nicht berauschend.
Ich fragte einen Mitarbeiter im benachbarten Snack, ob er mir versichern könnte, ob denn wenigstens der andere Stand am anderen Parkende geöffnet habe, damit wir jetzt nicht umsonst wieder daher laufen würden, was er bejahte.
Also wieder zurück marschiert (Holger knows best
) und sich dort ein richtig ordentliches Eis gegönnt und dieses vor dem Scorcher wartend verputzt.
Und tatsächlich machte dieser alsbald auf und auch die anderen Bahnen liefen wieder an! So konnte ich 2x das gelbe Schienenknäuel im Stehen absolvieren mit minimalster Wartezeit. Und tatsächlich gefiel mir die Bahn richtig gut - für einen Stand up. Ansonsten ist dies einfach nicht mein Typ Bahn.
Die restliche Zeit bis zur ERT wurden keine Bahnen mehr geschlossen und es wurden noch einige Dunkel-Fahrten auf dem kaum noch frequentierten Goliath gedreht. Und die Bahn hat es abends wirklich in sich! Die
Helix drückt ordentlich und die
Airtime ist von der allerfeinsten schweizer Sorte! Dann wurde es Zeit, sich schleunigst zum Treffpunkt bei
Shock Wave Mind Bender zu begeben, wo der Großteil der Gruppe bereits versammelt war. Manch einer hatte schon keine Lust mehr, wie mir schien und war genervt vom Park.
Trotz ein wenig Diskussion mit den
Shock Wave Mind Bender Ride-Ops, die offensichtlich nichts von unserem Vorhaben, die Bahn nun für 30 Minuten alleine nutzen zu wollen, wussten und damit ihren Feierabend nach hinten verschieben mussten sowie anderen Gästen, die uns die Bahn nicht kampflos übergeben wollten, fand dann jedoch eine der stimmungsvollsten ERTs statt, der ich je beiwohnen durfte!
Zunächst bekam ich aber noch einen Lachflash, als nämlich
AugustVonPolen etwas verspätet in der Station mit völlig zerrissener Jeans an kam und als Begründung nur ein "hab mich falsch in den Coaster gesetzt" parat hatte
Shock Wave (hier tatsächlich richtig
) in Six Flags Over Texas war schon eine tolle Bahn und hat aufgrund von Dirks Erzählung auch einen Emotions-Bonus, aber diese hier hat mir vom Layout her derart gut gefallen, dass ich sie noch höher einstufen möchte. Besonders, im Dunkeln den mit Lichterketten beleuchteten Track entlang sausen, dabei in den Loopings den Nebenmann oder die Umgebung ansehen und währenddessen mit tollen seitlichen
G's und schöner
Airtime durch den bequemen Schwarzkopf-Zug geworfen zu werden war wahrhaftig eine Gaudi! Zum Abschluss mit den super aufgelegten Ride Ops um die Wette Gröhlen, Klatschen und Spaß haben - einfach fantastisch!
Daraufhin verließen wir geschlossenden Park und stimmten im Bus noch ein paar Jubel-Gesänge an. Ein toller Abschluss für eine tolle Tour!
Tschö, Goliath! Du mit deiner tollen Helix!
Fazit:
Mit nun einem halben Jahr Abstand und den nun wieder zusammengeführten Gedanken über den gesamten Tag betrachtet, war der Parkbesuch insgesamt ja garnicht so schlecht, wie er kurz nach dem Tag noch erschien. Dies lag wohl daran, dass am Tag vorher in Carowinds selbst bei Starkregen, alles weiter fuhr - hier hingegegen alles schloss, sobald eine Wolke am Himmel erschien. Die Warteschlangen hier waren meist nicht sehr lang, aber die Wartezeit hingegen manches Mal schon. Die Sonne knallte und ich lief sogar einmal mit meinem Free-Refill Becher ein ganzes Stück, ehe ich mal einen Getränke-Shop erreichte, wo jedoch ebenso eine ordentliche Warteschlange auf mich wartete. Dann noch die Geschichte mit dem hin und her für das Cold Stone Eis und manch anderer hat wohl kein Bier bekommen, da keine ID vorhanden war (was in den USA jedoch nicht unüblich ist). Die abendliche ERT entschädigte schon ordentlich, aber auch wenn ich jetzt nochmal über die Achterbahnen nachdenke, war ja auch keine einzige totale Graupe dabei (der Mine-Train hat den Nostalgie-Faktor!!!
). Selbst der Kiddie war doch ordentlich und mehr Achterbahn als ein Big Apple oder diverse Kirmes-Counts. Monster Mansion war eine echte Überraschung, für Six Flags zumindest und einen Gyro-Drop-Tower (allerdings nicht gefahren) ohne Ruhrpott-Skyline ist doch auch nicht verkehrt. Zwar war hier vermehrt Betonplatz angesagt, gab aber auch Bäume und schöne Ecken.
Ich würde den Park jedenfalls erneut besuchen, wenn ich in der Nähe bin
Tour-Fazit:
Mannomann war das ein geile Tour!!!
Ein Highlight reihte sich an das nächste! Man konnte rundum sorglos durch die Parks schlendern, da überall ausreichend Zeit war, Essen bei fast allen Parks inklusive, ERTs en masse und so kleine Extras wie das Buffet und die Runden Bier nach Holiday World (welche man vielleicht schnell vergisst, aber nicht außer Acht gelassen werden sollten) und große Extras wie die beiden Alpine Coaster gab es auch noch on top. Mit Schlitterbahn war ein kompletter Tag dem nassen Element gewidmet, was eine willkommene (wenn auch evtl etwas frühe) Abwechslung darstellte. Es war auch ausreichend Zeit, die Wasserparks zu testen, was bei den dortigen Temperaturen auch nur ratsam sein kann.
Die
einzigen beiden Parks, in denen es
keine Extras in irgendeiner Form gab waren Galveston, wo es aber auch nicht wirklich nötig war und Six Flags St. Louis, wo es jedoch ursprünglich geplant war, es aber an der Inkompetenz des dort arbeitenden Büro-Personals scheiterte.
Die komplette Tour betrachtet, gab es keinen Park, der ein kompletter Reinfall war. Galveston, Kemah, ZTDs (am ehesten), Sea World und SF St. Louis waren eher noch die schwächeren Parks der Tour, die sich aber nun mal auch mit den absoluten Top-Schwergewichten Silver Dollar City, Dollywood, Holiday World und den beiden anfänglichen und grandiosen Six Flags Parks in Texas messen mussten.
Die gesamte Truppe war auch super, da ich mich mit jedem einzelnen gut unterhalten, abends ein Bierchen trinken und jede Menge Spaß zusammen haben konnte
Voll der Zufriedenheit und mit Anerkennung und Lob für den Organisator Dirk, beende ich hier nun meine Berichtsreihe.
Danke fürs Lesen und bis Samstag dann!
Es gibt immer einen Grund sich zu freuen.
... warum eigentlich nur einen?
First Public Rider on Raik - 29/06/2016