Im Anschluss an die Stadtrundfahrt folgte wie gesagt eine ebenso optionale Wüstensafari. Hierzu warteten statt des Tourbusses fünf Geländewagen in der Auffahrt des Palace Downtown Dubai Hotels, auf die wir uns in 6er-Gruppen verteilten. Bei vieren handelte es sich um Toyota Land Cruiser der fünften Generation (J20), davon jeweils zwei aus der Zeit des ersten Facelifts (2012-2015) und zwei mit dem zweiten Facelift (2015-2021). Der fünfte Wagen - in den schließlich meine Gruppe einstieg - war ein Nissan Patrol der siebten Generation (Y62, seit 2010).
Da die Hotel-Security wie im letzten Bericht schon erwähnt nicht erfreut über die fremden Geländewagen war, fuhren wir sofort los, nachdem die Gruppe komplett Platz genommen hatte. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass wir einen Fahrer der eher ungeduldigen Sorte erwischt hatten. Zwar schien er sich trotz flinker Fahrweise zumindest halbwegs an die Tempolimits zu halten, aber er fuhr immer ziemlich dicht auf und nutzte jede sich bietende Gelegenheit zum Überholen.
Rund eine Stunde dauerte die Fahrt in östlicher Richtung hinaus in die Wüste.
Am ersten Zwischenziel bei Al Badayoz - womit wir auch nochmals ins Emirat Schardscha wechselten - kamen wir dank unseres Fahrers als erste an.
Direkt neben der Schnellstraße erstreckte sich ein größerer Schotter-/ Sand-Parkplatz, an den sich eine umzäunte Terrasse samt einiger flacher Gebäude und Unterstände anschloss. Während nach und nach die anderen Gruppen eintrudelten, schmierte ich mich in der Nachmittagshitze schonmal mit Sonnencreme ein. Dann erfuhren wir den Grund für diesen Zwischenstopp: Hier hatten wir die Möglichkeit, Buggys oder Quads zu mieten, um damit durch die Wüste zu preschen - und natürlich den Veranstaltern noch etwas mehr Geld in die Kasse zu spülen. Die aufgerufenen Preise ließen mich trotz grundsätzlichem Interesse zunächst Abstand nehmen. Vor allem der Buggy hätte mich gereizt, das wäre aber nur mit Mehreren bezahlbar gewesen, dann hätte man sich allerdings auch entweder mit der Rolle des Beifahrers arrangieren oder unterwegs durchwechseln müssen (mit entsprechend kurzer Fahrzeit für jeden). Bei den Quads gab es dann noch die Wahl, entweder sich für 150 AED in einem eingezäunten Gebiet selbst zu beschäftigen, oder für 250 AED (rund 64€ nach damaligem Wechselkurs und nur 10 AED weniger als die von uns gebuchte Wüstensafari mit den Geländewagen samt Abendessen im Beduinencamp) mit einem Guide durch die offene Wüste zu fahren. Nach längerem Zögern schloss ich mich dann doch der kleinen Gruppe an, die sich für Letzteres entschieden hatte.
So ging es dann zunächst zum Kassenhäuschen, wo wir die geführte Quad-Tour buchten, und anschließend direkt zum Unterstand mit den Quads. Letztlich bestand die Gruppe aus neun Personen, wobei einer nicht zu uns gehörte (oder doch?). Wir nahmen auf den hintereinander geparkten Vierrädern der taiwanesischen Kwang Yang Motor Corporation (KYMCO) Platz, bekamen einmal schnell gezeigt, wie man den Motor startet, sowie Gas und Bremse betätigt, und dann ging es auch schon direkt los. Schutzkleidung oder zumindest ein Helm? Quatsch, der Wüstensand ist doch weich! Ein paar Worte dazu, worauf beim Ritt durch die Wüste vielleicht zu achten wäre? Das merkt man im Zweifelsfall wohl selbst! Wobei sich unser Guide im Nachhinein vermutlich gewünscht hätte, das doch lieber vor der Fahrt geklärt zu haben...
Ehrlicherweise hatte ich erwartet, dass man nur so ein bisschen im Halbgas dem Guide hinterher gurkt. Aber Nico schaffte es bei der Ausfahrt aus dem Unterstand gleich zweimal, sein Quad abzuwürgen, sodass ihm sein Hintermann erstmal auffuhr und auch ich als letzter der Gruppe kräftig in die Eisen gehen musste. Um nicht den Anschluss zu verlieren, fuhr ich dann an den beiden vorbei und hatte wirklich Mühe, am Rest der Gruppe dran zu bleiben. Da wurde tatsächlich ein überraschend hohes Tempo vorgelegt. Mit dem Nachteil, dass der feine Wüstensand ordentlich aufgewirbelt wurde und mir als Hinterherfahrendem trotz größerem Abstand ständig ins Gesicht prasselte.
Dank Brille blieben zumindest die Augen vom Gröbsten verschont, ansonsten war ich nach wenigen Metern schon voller feinster Sandkörner.
Dann blieben wir plötzlich stehen und der Guide fuhr wieder zurück. Offenbar hatte jemand durch den Fahrtwind sein Cappy verloren und der Guide sammelte es wieder ein. Hauptgrund für die Umkehr war aber offenbar ein Teilnehmer, der sich irgendwo festgefahren hatte und vom Guide befreit werden musste. Wir anderen versuchten in der Zwischenzeit, das Verhalten der Quads im weichen Sand zu studieren und fuhren etwas im Kreis herum, bis der Guide mit Steckenbleiber und Cap wieder zurückkehrte.
Außerdem nutzten wir die kurze Pause für ein erstes Gruppenfoto.
Um weiteren Unterbrechungen vorzubeugen wies der Guide nun darauf hin, dass man niemals bergauf stehen bleiben solle. Wenn man also eine Düne hinauffährt, solle man rechtzeitig abdrehen und neuen Schwung holen, bevor man zu langsam würde und stehen bliebe. Wirklich gefruchtet hatte diese Anweisung aber scheinbar nicht, denn nach kurzer Zeit mussten wir erneut eine Pause einlegen. Die Gruppe war merklich geschrumpft, es waren gleich mehrere unterwegs stecken geblieben. Entsprechend lange dauerte es, bis wir wieder komplett waren. Ich selbst war von dem Stopp auf einer recht hohen Düne mit eher schmalem Fahrweg etwas überrascht worden und hatte noch geradeso einen Zusammenstoß mit meinem Vordermann verhindern können. Dadurch stand ich nun allerdings recht nah am Abgrund und verzichtete auf weitere Fahrmanöver, mit denen ich auf jeden Fall ins Tal gerutscht wäre.
Glücklicherweise wehte in der Wüste eine leichte Brise, sodass das Klima überraschend angenehm war.
So einen schönen großen Sandkasten hätte ich auch gerne - mit dem Quad da durch zu heizen macht nämlich verdammt viel Spaß.
Nach und nach trudelten dann auch die Steckenbleiber ein - und einer fuhr sich gleich nochmal fest, wenn ich mich recht entsinne.
Im Fall der Fälle hätten wir von hier aus sogar ohne Guide zurück zur Zivilisation gefunden. Ganz so endlos ist die Wüste dann doch nicht.
Wenn ich das richtig sehe, müssten die rot-weißen Gittermasten in der Bildmitte jene sein, die sich bei 24.903933726369488, 55.77734664345761 befinden. Links davon müsste dann die Bebauung rund um den nördlich davon gelegenen Kreisverkehr sein, alles zum Städtchen Al Madam gehörend. Rechterhand sollten sich entsprechend die teils im Sand versunkenen Überreste des Al Madam Ghost Village (bestehend aus zwei verlassenen Häuserreihen samt Moschee aus den 60ern oder 70ern) befinden.
Irritiert war ich, als der Guide nach seiner Rückkehr speziell mir anzeigte, dass ich zu ihm kommen sollte. Nur um mir nach einem überraschenden Stopp, der mich wieder in einer etwas ungünstigeren Position zum Stehen brachte, nochmals einzubläuen niemals bergauf anzuhalten. Als ob ich mich dauernd festgefahren hätte.

Auch diesmal kam ich ohne Probleme weiter, obwohl er es ja war, der für die nicht optimale Parkposition gesorgt hatte. Egal, es konnte jedenfalls endlich weiter gehen. Zumindest kurzzeitig, denn bei einer weiteren großen Düne kam Jana zu weit nach links und rutschte in eine tiefe Kule ab. Chris und Nico fanden diese so reizvoll, dass sie ebenfalls hinterher fuhren, aber keiner von ihnen schaffte es dort wieder heraus. Es könnte sich um die bei Maps eingezeichnete "Gravity Bowl" gehandelt haben, aber das ist wirklich reine Spekulation.
In jedem Fall hatte das gegen 16 Uhr die nächste Zwangspause zur Folge. Selbst unser Guide hatte größte Mühe, die Quads aus der Kuhle zu bekommen.
Und versuchte verzweifelt, die Teilnehmer einer anderen Gruppe davon abzuhalten, auch noch hineinzufahren...
Es dauerte eine Ewigkeit, bis das erste Quad befreit war - wobei er immer wieder kurz vor der Kuppe hatte abdrehen müssen. Mehrfach hatte ich aber auch den Eindruck, dass er es durchaus hätte schaffen können, wenn er es einfach riskiert hätte. Nachdem er den Bogen raus hatte, klappte es bei den weiteren Quads glücklicherweise nahezu auf Anhieb. Die veranschlagten 30 Minuten (oder waren es 45?) für die Tour waren auf jeden Fall längst abgelaufen, aber wir mussten ja auch noch zurück. Also dank der Fahrkünste des ein oder anderen Teilnehmers waren wir nahezu doppelt so lange unterwegs wie wir eigentlich bezahlt hatten.
Nach kurzer Zeit sollten wir noch nebeneinander an einer Klippe parken und es wurde die Gruppe, sowie jeder einzeln fotografiert.
Mit einem der Handys aus der Gruppe, also tatsächlich ohne Zusatzkosten. Und schließlich ging es mit Vollgas zurück zum Lager, diesmal sogar ohne Zwischenstopp. Dabei wurden die Sanddünen nur so überflogen, das war schon richtig geil. Mit satter
Airtime überholte ich auch den ein oder anderen etwas Vorsichtigeren der Gruppe. Allerdings übersah ich bei dem hohen Tempo auch eine Senke, die ich somit viel zu schnell nahm. In der Folge knallte ich voll auf den Lenker. Glücklicherweise blieb dieser Zwischenfall ohne größere Blessuren und auch der dabei abgewürgte Motor ließ sich ohne anzuhalten sofort wieder starten. Zurück im Lager herrschte dann allerdings Verwirrung, es schien jemand zu fehlen und der Guide fuhr nochmals raus, um die Suche aufzunehmen. Es hatte zwischendurch Querverkehr gegeben, dabei hatten wir unseren Rekord-Steckenbleiber wohl abgehängt. Der Guide konnte ihn wenig später aber wohlbehalten aufsammeln und zurückbringen.
Derweil hatte ein anderer Mitarbeiter jedem von uns ein Foto in die Hand gedrückt. Irgendwo unterwegs hatte sich offenbar ein Fotograf versteckt, der jeden im Vorbeifahren abgelichtet hatte. Wäre auch verwunderlich gewesen, wenn man nicht noch irgendwo zusätzliche Einnahmen hätte abgreifen wollen. Wobei ich mich frage, ob es in dem Gewusel wirklich aufgefallen wäre, wenn man das Foto einfach eingesteckt hätte und gegangen wäre.
Letztlich habe ich wie die meisten aber auch diese 35 AED (rund 9€) bezahlt.
Wie sich der Rest der Gruppe die Wartezeit bis zu unserer ordentlich verspäteten Rückkehr vertrieben hat, weiß ich leider nicht. Ich war jedenfalls froh, mich für die Quad-Tour entschieden zu haben. Das machte nicht nur einen Heidenspaß (sofern nicht gerade auf die Befreiung der Festgefahrenen gewartet werden musste), sondern mir schien das Klima dort draußen in der Wüste tatsächlich angenehmer gewesen zu sein als am Stützpunkt des Quadverleihs. Nun wurden aber eh wieder unsere klimatisierten Geländewagen bestiegen und es ging quasi einmal über die Straße zu einem anderen Wüstenabschnitt. In der Zufahrt blieben wir allerdings nochmals stehen und die Fahrer schienen von Fenster zu Fenster miteinander zu diskutieren. Ob sie dachten, es würde ein Wagen fehlen? Oder wurde schlichtweg die optimale Route besprochen? Ich habe keine Ahnung, aber kurz vor 17 Uhr ging es dann endlich los.
Die orientalische Musik wurde aufgedreht und in der Kolonne bahnten sich unsere fünf Wagen ihren Weg durch die Wüste.
Nicht ganz so rasant wie mit den Quads aber auch sehr spaßig.
Insbesondere wenn eine Düne seitlich im leichten Drift genommen wurde und der Sand quer übers Auto flog.
Aus dem Seitenfenster sah das dann so aus.
Meistens war die Sicht aber besser... Ok, darüber kann man jetzt streiten.
Ein weiteres Highlight für mich - neben einer extrem steilen Abfahrt - war unser Fahrer, der immer wieder den rechten Arm hob.
Also so nach dem Motto: "Wat macht der da, kann der nich' fahren?".

Und während wir so durch die Wüste geschaukelt wurden, vermeldete meine Kamera das zur Neige gehen der Akkuladung. Also wechselte ich fix auf den Zweitakku, der zu meiner Überraschung aber ebenfalls als nahezu leer angezeigt wurde. Und da die beiden übrigen Akkus im Hotel lagen, steckte ich die Kamera erstmal ein und beschränkte mich auf ein paar Handyfotos.
Bis wir nach rund 20 Minuten stehen blieben und ich nochmal auf den (vermeintlich) ersten Akku zurückwechselte.
Der war nämlich jetzt plötzlich voll. Irgendwie muss ich beim ersten Wechselversuch den gerade herausgenommen leeren Akku wieder eingesteckt haben statt des neuen Akkus aus der Tasche. So konnte ich der Gruppe nun beruhigt zu Fuß auf eine hohe Düne folgen. Dort sollte nicht nur die Aussicht genossen werden, die Fahrer hatten auch ein Snowboard dabei. Mangels Schnee wurde dieses hier aber natürlich zum Sandboarden zweckentfremdet - was überraschenderweise ohne Aufpreis angeboten wurde.
Freiwillige stellten sich einfach auf das Board und rauschten damit die Düne hinab.
Meist klappte das bis zur Hälfte ganz gut, aber weiter unten wurde dann doch etwas mehr Sand aufgewirbelt.
Hey, du hast das Board vergessen!
Ich selbst beschränkte mich erstmal auf die Aussicht.
Auch hier war die Zivilisation am Horizont zu sehen. Links das Viertel Al Nad, rechts der Rest von Al Madam mit der Al Na'eem Moschee.
Hier ist beim Reinzoomen ein hoher Funkturm und ein flaches Gebäude zu erkennen. Letzteres ist das Umspannwerk Al Madam Substation.
Demnach müssten die Felsen zum Pink Rock gehören, in dessen Kalkstein-Sedimenten sich diverse Fossilien aus der Kreidezeit finden sollen.
Nach einem von der untergehenden Sonne begünstigten Gruppenbild stellte ich mich dann auch mal der Sandboard-Herausforderung.
Wie man sieht, wurde man nicht festgeschnallt, die Füße sollten jeweils direkt hinter den Bindungen platziert werden.
Das wurde mir an dem kleinen Hubbel im unteren Teil zum Verhängnis.
Der hebelte mich nämlich aus, was ich mit dem hinteren Bein auszugleichen versuchte. Zwar konnte ich tatsächlich meine Balance wiederfinden, aber der Fuß landete danach zu weit hinten. Dort war dummerweise kein Board mehr, ergo blieb der Fuß im Sand hängen und ich machte die Grätsche. Dank des feinen Sandes war der unausweichliche Sturz zwar immerhin weich, der Weg zurück nach oben dafür aber umso anstrengender. Hut ab daher an Jana, die sich das Ganze gleich zweimal angetan hat.
Ich hab mir übrigens noch zwei Tage später Sand aus den Ohren gepuhlt.
Nach einer guten halben Stunde wurde beschlossen, den Sonnenuntergang nicht abzuwarten, sondern direkt zum Abendessen weiterzufahren.
Die untergehende Sonne wurde daher nicht mehr in der Wüste, sondern von der - vergleichsweise schnell wieder erreichten - Straße bewundert.
Gibt es hier was umsonst? Vermutlich nicht, laut Maps dürfte sich hier neben der Zufahrt zu diversen Wüstencamps ein weiterer Quadverleih befinden.
Nach nochmals kurzem Abstecher durch die Wüste parkten wir gegen 18:20 Uhr vor einem der besagten Beduinencamps.
Gelegen nur rund zwei Kilometer entfernt vom Stadtrand des landwirtschaftlich geprägten Al Awirs, wo auch die Herrscherfamilie Maktoum eine Farm unterhält (25.17444895533122, 55.62186149880567, falls sich jemand die Lage bei Maps ansehen möchte). Dank des frühzeitigen Aufbruchs gehörten wir zu den ersten Besuchern im Camp, das einen relativ quadratischen Aufbau aufwies. In der Mitte befand sich eine Bühne, um die herum einige Tische platziert waren. Die Plätze für uns waren reserviert. Entlang der Außenwände fanden sich ein kleiner Souvenirladen, ein Getränkestand, das Buffett und die Toiletten. Bei letzteren dachte ich im ersten Moment schon, man könne die Tür nicht abschließen, aber der Riegel befand sich einfach nur sehr weit oben, sodass ich ihn erst auf den zweiten oder dritten Blick fand. Da es mit zunehmender Dunkelheit nun recht schnell abkühlen würde, nutzte ich die Gelegenheit, meine Hose wieder mit Beinen zu versehen, später zog ich auch die mitgebrachte Weste über.
Hier das leckere Buffett, das nach dem Auftritt einer Bauchtänzerin eröffnet wurde.
Und quasi gegenüber der Souvenirladen und der Getränkestand.
Speis und Trank waren im Preis der Wüstensafari enthalten, lediglich Alkohol musste extra bezahlt werden. Allerdings wurden am Stand immer nur zwei Getränke gleichzeitig pro Person ausgehändigt. Wohl um zu verhindern, dass man sich zu Beginn des Abends schonmal komplett eindeckt. So wurde aber auch unsere größere Bestellung für den ganzen Tisch abgewiesen und wir mussten mehr oder weniger einzeln unsere Getränke abholen. Während wir aßen folgten dann weitere Showeinlagen auf der Bühne. Zunächst wurde ein Drehtanz aufgeführt. Dessen Wurzeln gehen auf den persischen Sufi Dschalal ad-Din Muhammad Rumi zurück, der in Poesie, Musik und Tanz einen Weg sah, zu Gott zu finden. So entwickelte sich das religiöses Sema-Ritual, bei dem die Anhänger des Mevlevi-Ordens durch kreisende Bewegungen in Ekstase geraten. Daher sind sie auch als drehende Derwische bekannt. In Ägypten wurde das Ritual mit Adaptionen von anderen Sufi-Orden übernommen und heute als Tanoura-Tanz vor allem als Volkstanz aufgeführt. Tanoura heißt dabei Rock und weist auf das wichtigste Merkmal der Tänzer hin, nämlich einen großen, kreisrunden Rock mit gewichtetem Rand. Dieser stellt sich dank der Zentrifugalkraft durch die Drehungen auf und zeigt so seine bunte Pracht, für derartige Shows gerne auch mit LEDs gespickt.
Mich erinnerte der wirbelnde Rock ja irgendwie an das Dach eines
Zierer Kettenfliegers (
Bildquelle).
Entsprechend hatte ich in meinen Notizen einfach Kettenflieger-Tanz geschrieben. Im Anschluss folgten zudem Feuerspucker. Damit die beleuchteten Kettenflieger-Röcke und das Feuer auch zur Geltung kommen, wurde unterdessen dummerweise das Licht ausgemacht, sodass ich mir mit der Handy-Taschenlampe einen Notbehelf basteln musste, um weiterhin zu sehen, was ich da so esse. Da hätte man für mich mit dem Showprogramm gerne noch etwas warten oder zumindest für Licht an den Tischen sorgen können.
Nach Abschluss des Essens und des Showprogramms ging es schließlich wieder zurück ins Hotel.
Auch auf der Rückfahrt ließ sich unser Fahrer nicht ausbremsen. Weder von anderen Verkehrsteilnehmern, noch von den zahlreichen Bremsschwellen auf den Schnellstraßen. Während andere Fahrzeuge bei den Schwellen meist stark abbremsten und gefühlt im Schritttempo darüber hüpften, passierten wir sie nahezu ungebremst mit einem dumpfen Dedum ohne nennenswertes Nicken des Geländewagens. Im Hotel ging es dann direkt unter die Dusche, um den ganzen Sand abzuwaschen - was wie erwähnt nur bedingt gelang.
Fazit: Auch hier könnte man hinsichtlich des Zwischenstopps beim Quadverleih mit "Achtung, Abzocke!" warnen. Aber im Gegensatz zur Stadtrundfahrt sage ich dazu nur: Scheiß drauf! Die Fahrt (wenn auch mit vielen unfreiwilligen Pausen) mit den Quads quer durch die Wüste war einfach nur geil und ich war richtig stolz darauf, mich kein einziges Mal festgefahren zu haben. Auch war meine morgendliche Unterkühlung wie weggeblasen. Allerdings hätte ich jetzt gerne ein solches Quad zuhause - also mit entsprechendem Sandkasten versteht sich. Anschließend mit den Geländewagen durch die Wüste zu schaukeln machte aber auch reichlich Spaß. Und allen, die etwas von dem Wüstensand nach Hause schmuggeln möchten, empfehle ich das Sandboarden. Was mir jedoch etwas sauer aufstieß waren die zahlreichen leeren Plastikflaschen, die ich im Sand verstreut liegen sah. Vorwiegend natürlich nahe der Startpunkte der Touren aber durchaus auch weiter draußen. Einfach traurig - und nein, das Umpflügen des Sandes mit Quads und Jeeps ist in der Tat auch nicht vernünftiger. Das Wüstencamp ist halt eine reine Touri-Attrappe, aber das Abendbuffett war lecker und das begleitende Showprogramm ganz in Ordnung - auch wenn ich es beim Essen nur beiläufig verfolgte. Insgesamt war die Wüstensafari nach der Stadtrundfahrt ein super Abschluss des Tages - und im Grunde auch der Tour, denn am Folgetag sollte es schon wieder nach Hause gehen. Ein letztes Ziel wurde auf dem Weg zum Flughafen aber noch angesteuert...